Bewegungslandschaft im Herbst: 4 Ideen für Geräteaufbau im Eltern-Kind-Turnen

In meinem Eltern-Kind-Turnen gibt es keinen Vorturner und keine Ansagen wie „Jetzt alle auf die Bank!“. Stattdessen baue ich jede Woche eine Bewegungslandschaft auf, und die Kinder dürfen sich frei bewegen, ausprobieren und entdecken. Die Eltern sind dabei, aber als Begleiter und nicht als Trainer.

Im Herbst bekommt die Halle bei mir ein Thema: Laub, Igel, Kastanien und Laternen. Hier zeige ich dir vier meiner Herbst-Landschaften mit Geräteaufbau, Material und Stationen. Du kannst sie in deiner Turnhalle, im Bewegungsraum der Kita oder in deinem Verein direkt nachbauen.

Was ist eine Bewegungslandschaft?

Eine Bewegungslandschaft ist ein Aufbau aus mehreren Geräten (Bänke, Kästen, Matten, Sprossenwand, Reifen), der zum Klettern, Rutschen, Balancieren, Kriechen und Springen einlädt. Anders als bei einem Parcours gibt es keine feste Reihenfolge und keine Aufgabe. Jedes Kind entscheidet selbst, wohin es geht, wie lange es bleibt und was es mit den Geräten macht.

Warum das so gut funktioniert: Kleine Kinder lernen Bewegung am besten aus eigenem Antrieb. Wer selbst entscheidet, ob er klettert oder lieber erst einmal zuschaut, lernt seinen Körper und seine Grenzen kennen und traut sich nach und nach mehr zu. Mehr dazu, warum Bewegung in den ersten Jahren so wichtig ist, liest du in meinem Artikel über Eltern-Kind-Turnen in Berlin.

Kleinkind springt vom Kasten in einen Laubhaufen aus Tüchern, die Mutter kniet daneben und schaut zu – Bewegungslandschaft im HerbstAI-generated

4 Bewegungslandschaften für das Kinderturnen im Herbst

Das Thema steckt bei mir im Material, nicht in Ansagen. Tücher werden zu Herbstlaub, Bohnensäckchen zu Nüssen, Bälle zu Kastanien. Mehr braucht es nicht, damit die Kinder in ihr eigenes Spiel finden.

1. Blätterwirbel

Überall in der Halle liegt Herbstlaub: bunte Tücher und Papierblätter auf den Matten, im Laubhaufen und im Korb. Die Kinder finden selbst heraus, was man mit Blättern alles machen kann.

  • Über den Ast (Langbank): balancieren, krabbeln oder auf dem Bauch hinüberrutschen
  • Laubhaufen (2 Kastenteile vor einem Weichboden voller Laub): hochklettern, hineinspringen, im Laub wühlen
  • Blätterwiese (Turnmatten, Laub, Wäschekorb): sammeln, hochwerfen, sich darunter verstecken
  • Windtunnel (Reifen in Reifenhaltern): durchkriechen, hindurchschauen, hinein und hinaus
  • Blätterrutsche (Langbank schräg in der Sprossenwand): hinaufkrabbeln und hinunterrutschen

2. Igel & Eichhörnchen

Nüsse (Bohnensäckchen) liegen in der ganzen Halle verteilt: oben an der Sprossenwand, im Tunnel, auf dem Kasten. Wer möchte, sammelt sie und trägt sie in die Vorratskammer. Manche Kinder sammeln die ganze Stunde, andere klettern nur, und beides ist richtig.

  • Hoch in den Baum (Sprossenwand mit Matte): hinaufklettern und Nüsse holen, für die Kleinsten liegen auch welche ganz unten
  • Igelhügel (Weichboden schräg auf einem Kastendeckel): hinaufkrabbeln, hinunterrollen
  • Igelbau (Kriechtunnel oder Kastenteile): hineinkrabbeln und sich verstecken
  • Baumstamm (Langbank): balancieren, rutschen, darübersteigen
  • Vorratskammer (Körbe in einem offenen Kastenteil): Nüsse hineinwerfen und wieder herausholen

3. Kürbis & Kastanie

Auf dem Erntehof gibt es jede Menge zu rollen und zu transportieren: ein großer Gymnastikball als Kürbis, viele Softbälle als Kastanien und Rollbretter als Erntewagen. Die Kinder entscheiden selbst, was sie wohin bringen.

  • Kürbisfeld (Gymnastikball, Pylonen): den großen Ball schieben oder sich bäuchlings darüberlegen
  • Kastanienwurf (Reifen am Boden): Bälle hineinwerfen, rollen oder legen
  • Übers Feld (Reifen in einer Reihe): steigen, hüpfen oder krabbeln
  • Die Scheune (3 Kastenteile und ein Weichboden): hinaufklettern und hinunterspringen
  • Kastanienbahn (Langbank schräg): Bälle hinunterkullern lassen und hinterherkrabbeln

4. Laternenzeit

Die Halle ist so weit wie möglich abgedunkelt, LED-Lichter weisen den Weg. Jedes Kind darf sich eine kleine Taschenlampe nehmen und entdeckt die Landschaft im Lichtkegel ganz neu. Dazu läuft leise Laternenmusik. Wichtig: Bitte kein echtes Feuer in der Halle.

  • Lichterbrücke (Langbank, darunter LED-Lichter): mit der Lampe in der Hand hinüberbalancieren
  • Seilweg (Springseile am Boden): dem Lichtstrahl folgen
  • Martins Pferd (Rollbretter): sitzen, liegen, sich abstoßen
  • Lichterzelt (Schwungtuch über zwei Kastenteilen): hineinkriechen und Muster an die Decke leuchten
  • Leuchtende Höhle (Kastenteile mit Weichboden als Dach): durch das Dunkel zum Licht krabbeln

Tipps für den Geräteaufbau

  • Vier bis fünf Stationen reichen. Lieber weniger Geräte und dafür genug Platz dazwischen, damit sich Wege nicht kreuzen.
  • Eine freie Fläche in der Mitte lassen: zum Ankommen, für Pausen und für Kinder, die erst einmal schauen möchten.
  • Matten überall dort, wo es hoch hinausgeht: unter Sprossenwand, Kasten und schrägen Bänken. Weichböden nie direkt an die Wand schieben.
  • Jede Station für Klein und Groß: Eine Bank kann man krabbelnd oder balancierend überwinden, an der Sprossenwand liegt auch unten etwas zum Holen.
  • Das Thema über Material einbringen, nicht über Aufgaben. Ein paar Tücher oder Bohnensäckchen verwandeln die ganze Halle.

Begleiten statt anleiten: Tipps für Eltern

Für viele Eltern ist die offene Halle am Anfang ungewohnt. Diese Sätze gebe ich ihnen mit:

  • Dein Kind bestimmt den Weg. Folge ihm, auch wenn es zehnmal zur selben Station will.
  • Sichern heißt danebenstehen, nicht festhalten. Hilfe gibt es, wenn das Kind darum bittet.
  • Beschreiben statt bewerten: „Du bist ganz hoch geklettert!“ sagt mehr als „Toll gemacht!“.
  • Nichts muss: Zuschauen und Pausen sind ausdrücklich erlaubt.
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Häufige Fragen

Ab welchem Alter eignet sich eine offene Bewegungslandschaft?

Ab etwa einem Jahr, sobald Kinder sicher krabbeln. Weil jedes Kind selbst entscheidet, was es macht, passt dieselbe Landschaft für Einjährige genauso wie für Vierjährige.

Was, wenn mein Kind nur zuschaut?

Das ist völlig in Ordnung, gerade in den ersten Stunden. Zuschauen ist auch Lernen. Probier selbst etwas aus, ohne dein Kind zu drängen. Meist kommt es von allein dazu.

Kann ich eine Bewegungslandschaft auch zu Hause bauen?

Im Kleinen ja: Sofakissen, Decken, ein umgedrehter Wäschekorb und ein Tunnel aus Stühlen reichen für eine Wohnzimmer-Landschaft. Für Sprossenwand, Kasten und Weichboden braucht es eine Turnhalle.

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Marie – Malouzi Kindersport

Ich bin Marie, Inhaberin von Malouzi Kindersport in Berlin Altglienicke. Ich leite Eltern-Kind-Turnen für Kinder von 1 bis 4 Jahren als offene Bewegungslandschaft und bin ausgebildete Konzentrations- und Gedächtnistrainerin (AHAB-Akademie). Die Ideen in diesem Artikel stammen direkt aus meinen Kursstunden.

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1 Kommentar zu „Bewegungslandschaft im Herbst: 4 Ideen für Geräteaufbau im Eltern-Kind-Turnen“

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